Künstlerbuch zum Tod von Klaus Jürgen Rattay Hausbesetzungen Westberlin 1981

Dieter Wagner (Hg.): Berlin 22.9. 81. Gedichte und Parolen zum Tode von Klaus Jürgen Rattay. Anthologie. Edition Dieter Wagner, Berlin 1981. 4°, OKtn mit Klebebindung. 49 Seiten überdruckte Makulatur, mit 4 Rötelzeichnungen von Christoph Niess in Offsetdruck. Erschienen in 200 Exemplaren. (Spindler 134.10)   (verkauft)

Klaus Jürgen Rattay war ein Westberliner Hausbesetzer, der am 22. September 1981 starb, als er in der Potsdamer Straße von einem BVG-Bus überfahren wurde. Die Polizei, die zuvor mehrere Häuser in Schöneberg geräumt hatte, attackierte eine Protestdemo gegen die Räumung und trieb dabei Rattay und andere auf die Straße. Die Verantwortung für die Attacke und damit für Rattays Tod wird in der Szene-Literatur dem Berliner Innensenator Lummer zugeschrieben. Heinrich Lummer, ein besonders bizarres Gewächs der daran nicht eben armen Berliner CDU hatte wohl die aus seiner Sicht erfolgreichen Räumungen mit einer als Machtgeste inszenierten Pressekonferenz zelebrieren wollen, in Feldherrenpose, und fühlte sich dabei von den Protestierenden gestört, so heißt es, und darum der Einsatz.

Der Pressendrucker Dieter Wagner war seit 1971 in Berlin und arbeiter im linken Verlagswesen, u.a bei der Obebaumpresse. Er gehörte auch zum Kreis der Früh-Kreuzberger Kunst-Bohème um Kurt Mühlenhaupt, Hugo Hoffmann (Atelier-Handpresse), u.a. Hoffmann hatte beim vorliegenden Buch denn auch die buchbinderischen Arbeiten übernommen.

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