Foto-Konvolut Philipp Müller – 1952 in Essen von der Polizei erschossener Demonstrant

Konvolut, enthält ca. 40 Presse-Fotos aus den 50er bis 70er Jahren in unterschiedlichen Formaten / auf unterschiedlichen Papieren, dazu 2 Metall-Druckklischees sowie 6 Karton-Matrizen zum Ausgiessen, sowie weitere Materialien aus der Zeit (gelaufene Postkarte, Kalenderblatt, eine DDR-Broschüre), dazu die 1977 im Weltkreis-Verlag erschienene Darstellung „Philipp Müller und einige kopierte Zeitungsartikel o.ä. Der Justizmord in Essen“. (verkauft)

Ein aus dem kollektiven Gedächtnis offenbar verschwundenes Vorkommnis ist der erste Schußwaffengebrauch gegen Demonstranten in der BRD, bei der junge Kommunist Philipp Müller erschossen wurde, während der Sozialdemokrat Bernhard Schwarze und der Gewerkschafter Alfred Bretthauer ebenfalls angeschossen wurden, aber überlebten. Hintergrund waren die von unterschiedlichen (auch kirchlichen) Gruppen getragenen Proteste gegen die Wiederbewaffnung der BRD, in deren Rahmen am 11. Mai 1952 eine „Jugendkarawane gegen Wiederaufrüstung und Generalvertrag“ in Essen eintreffen sollte. Die geplante Demonstration wurde von den (sozialdemokratischen) Behörden – angeblich wegen mangelnder Polizeikräfte – verboten, die doch erschienenen (oder schon anwesenden) Leute sollten auseinandergetrieben werden, und als sich welche widersetzen, wurde Schießbefehl erteilt und auf die Leute geschossen. Wie üblich wurde das Gerücht gestreut, Demonstranten hätten zuerst geschossen, und natürlich wurde niemand bestraft, ein Untersuchungsausschuss konnte nicht durchgesetzt werden. Und natürlich hat die DDR aus Müller einen „ihrer“ Märtyrer gemacht.

Die hier vorliegenden Fotos stammen zu einem großen Teil noch aus den 50er Jahren, dabei sind auch spätere Abzüge und ein paar einfach Presse-Repros. Zum Teil dokumentieren sie den 11. Mai, dann aber auch die politische und juristische  Folgeauseinandersetzung sowie das Gedenken zumeist in der DDR. Die Fotos stammen aus einem Zeitungsarchiv uns sind teils entsprechend gestempelt und mit Bildlegenden versehen, teils auch in der Zeit von Hand beschriftet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.